Impressionen vergangener Photonics Days

Kreativität trifft Karriere – so könnte man die Photonics Days 2020, die unter dem Motto #Create and #Connect standen, wohl am besten beschreiben. Das Fraunhofer IOF veranstaltete erneut gemeinsam mit der Graduiertenschule Max Planck School of Photonics das Karriere- und Netzwerk-Event für Studierende der Optik und Photonik – in diesem Jahr komplett digital. Am 21. und 22. September tüftelten Teilnehmende aus der ganzen Welt beim virtuellen Makeathon der Lichtwerkstatt Jena, bewerteten beim »Hot-Stuff-Award« die innovativen Ideen der pitchenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder vernetzten sich bei der interaktiven Karrieremesse mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Optik- und Photonik-Branche.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand das gesamte Event in diesem Jahr ausschließlich virtuell statt, was sich zumindest für die Vielfalt der Teilnehmenden als großen Vorteil erwies. So trafen Studierende aus der ganzen Welt aufeinander – beispielsweise aus Indien, Mexiko, dem Iran und Finnland – und vernetzten sich während der beiden Veranstaltungstage.

Wie viel das Forschungsfeld »Photonik« zur Lösung der großen wissenschaftlichen und gesellschaften Fragen beitragen kann, wurde in Prof. Tünnermanns Impulsvortrag zu der Relevanz dieser Disziplin in der modernen Welt deutlich. Besonderes Augenmerk wurde auf die Quantenphotonik und ihren Einfluss in den nächsten Jahren gelegt.

Andreas Tünnermann vor dem Green Screen im Hörsaal.
Prof. Andreas Tünnermann spricht per Live-Videoübertragung zu den Teilnehmenden der virtuellen Photonics Days 2020.

Forschungsimpulse und aktives Netzwerken beim »Hot-Stuff-Award« und der Karrieremesse

Auch der zweite Tag bot jungen Photonik-Talenten eine Bühne, ihr Können und ihre Begeisterung für Wissenschaft und Innovation unter Beweis zu stellen. Bei den Elevator Pitches zum »Hot-Stuff-Award« des Leistungszentrums Photonik präsentierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in fünfminütigen Kurzvideos ihre Projektideen dem virtuell zugeschalteten Publikum. Das von den Teilnehmenden gewählte Gewinnerprojekt verfolgt die Idee, eine Wissensbasis zur Automatisierung und Fernsteuerung von Labor-Arbeit aufzubauen. Dies umfasst das Abbilden von Experimenten auf digitale Twins, die Steuerung über IoT-Infrastruktur und die Visualisierung durch Technologien zur computergestützten erweiterten oder virtuellen Realitätswahrnehmung (AR- und VR-Technologien). Wir sind schon gespannt, wie das Gewinnerteam die 15.000 € Preisgeld nutzt, um diese interessante Idee weiterzuentwickeln.

Bei der anschließenden Karrieremesse konnten die Studierenden und Gäste sich dann mit Vertreterinnen und Vertretern von zwölf Unternehmen und Forschungseinrichtungen austauschen und erhielten wertvolle Karriere-Tipps.

Teilnehmenden den virtuellen Photonics Days in einer Videokonferenz
Screenshot während eines Teampitches für den Makeathon.

Zudem konnten sich die Teilnehmenden der Photonics Days 2020 spielerisch in verschiedenen virtuellen Hallen, in der sich einzelne Firmen vorstellten und Stellenausschreibungen aushangen, umschauen und mit anderen Teilnehmenden in Form von Avataren interagieren.

Virtuelle Halle mit Aushängen von der Max Planck School of Photonics.
Virtuelle Halle mit Aushängen der Max Planck School of Photonics.

Verleihung des Applied Photonics Awards

Bei der Verleihung des Applied Photonics Awards, ein vom Fraunhofer IOF ausgelobter Preis, stand ebenfalls der wissenschaftliche Nachwuchs im Fokus. Der Preis zeichnet innovative Abschlussarbeiten aus, die besondere Relevanz für die angewandte Photonik besitzen. Die ausgezeichneten Forscherinnen und Forscher erläuterten während der Veranstaltung ihre Forschungsfelder in Impulsvorträgen und machten erneut deutlich, welche vielfältigen und spannenden Entwicklungen im Bereich der Photonik in den kommenden Jahren noch zu erwarten sind.

Die Verleihung des Applied Photonics Awards erfolgte mit freundlicher Unterstützung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) sowie der Unternehmen Trumpf, Jenoptik und Active Fiber Systems.

Inspirierende Keynotes

Abgerundet wurden die Photonics Days 2020 von zwei inspirierenden Keynotes. Prof. Ursula Keller, Head of Research an der ETH Zürich und ausgewiesene Expertin im Fachgebiet der Ultraschnellen Laserphysik, gab spannende Einblicke in das Prinzip und die Anwendung eines optischen Frequenzkamms. Dr. Stefan Traeger, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG, reflektierte in seinem Vortrag die Herausforderungen und Chancen, welche die Corona-Pandemie für die Photonik-Industrie bedeutet, und betonte in diesem Zusammenhang noch einmal die Relevanz der Nachwuchsförderung und -vernetzung.

Das traditionelle Jahresevent des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF – die Photonics Days Jena – stand vom 17. bis 19. September 2019 ganz im Fokus des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gemeinsam mit der Photonik-Graduiertenschule Max Planck School of Photonics wurde den Teilnehmern ein vielseitiges Programm geboten.

 

Es wurde getüftelt, gepitched und genetzwerkt, was das Zeug hielt: Die diesjährigen Photonics Days Jena hatten es in sich. Gemeinschaftlich ausgerichtet mit der neu ins Leben gerufenen Photonik-Graduiertenschule Max Planck School of Photonics wurde das Jahresevent des Fraunhofer IOF erstmals als HR- und Karriereevent ausgerichtet und adressierte primär Studierende und Doktoranden.

Makeathon

Beim Makeathon der Lichtwerkstatt Jena – dem Photonik-Makerspace der Friedrich-Schiller-Universität Jena –ging es darum, kreative Lösungen für Fragestellungen aus der Photonik zu finden. Die ausarbeiteten Projekte wurden in Form von kurzen Pitches einer Jury vorgestellt, die unter der Vielzahl an innovativen Ideen die besten prämierten.

Industry speeddating, Karrieremesse und Science & industry breakfast

Darüber hinaus wurden den Teilnehmern umfangreiche Möglichkeiten geboten, um Fragen zu ihrer Berufswahl zu klären: Welche Karrierewege kann man in der Photonik einschlagen? Worauf kommt es an, wenn ich mich für Jobs in Photonikunternehmen bewerbe? Um Perspektiven zu gewinnen, hatten die Teilnehmer bei einem Science and Industry Breakfast und Industrie-Speeddates ausreichend Gelegenheit, Vertreter der Optik- und Photonikindustrie kennenzulernen und Einblicke in zukünftige Trends und Anforderungen der Branche zu erhalten.

Escape room

Zusätzlich zum Makeathon konnten die Studierenden ihre wissenschaftliche Kreativität auch in einem Escape Room unter Beweis stellen. Mit gebündelter Kompetenz mussten verschiedene Rätsel gelöst werden, um den Weg aus dem Escape Room zu finden.

Kostenloses Vortragsprogramm: Elevator-Pitches und Physik-Nobelpreisträger

Anlässlich des 70. Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft wurde das Programm zusätzlich um eine öffentliche Vortragsreihe ergänzt. Rund 300 Besucher strömten in den Hörsaal der Friedrich-Schiller-Universität, um die Keynote-Vorträge des ZEISS-Vorstandsvorsitzenden Prof. Michael Kaschke und des Physik-Nobelpreisträgers Gérard Mourou zu hören. Großer Beliebtheit erfreuten sich auch die »Elevator-Pitches« des Leistungszentrums Photonik, bei dem Nachwuchswissenschaftler in 3-minütigen Kurzvorträgen das Publikum von ihren Forschungsideen überzeugen mussten.

 

Die meisten Stimmen erhielten dabei René Lachmann und Benedict Diederich vom Leibniz-Institut für PhotonischeTechnologien (IPHT). Sie präsentierten einen Ansatz, um anspruchsvolle Mikroskop-Technik, die sonst nur stationär verfügbar ist, als mobilen Werkzeugkasten zu entwickeln. Damit das Konzept nachahmbar ist – z. B. für Bildungseinrichtungen oder Laborumgebungen – sind die Daten des Projekts öffentlich zugänglich. Damit setzten sie sich gegen insgesamt sieben Mitstreiter durch und erhielten 20.000 Euro Preisgeld aus Mitteln des Leistungszentrums Photonik.

Elevator Pitches und Keynote-Vorträge von Michael Kaschke und Gérard Mourou